European Audit Championship: Schweiz unter den Top-3

In zwanzig Ländern wurden nationale Audit Meisterschaften durchgeführt. Schliesslich qualifizierten sich elf Teams – einschliesslich der Schweiz – für die europäische Audit Meisterschaft. Im Fussball hat es nicht zum Sieg gereicht, aber vielleicht sind die Schweizer Revisoren besser als unsere Fussballer? Das Coaching durch den Mannschaftskapitän Nam Phong Ho war jedenfalls professionell und alle Spieler waren hochmotiviert. Mit Glencore konnte sogar ein Sponsor für den Nati-Dress gefunden werden.

Nun, um was geht es bei diesem Spiel? Es ist eine Art virtuelles Monopoly mit dem Ziel, den Planet Mars zu bevölkern. In jeder Spielrunde sind Fragen zu erstellen und drei Multiple-Choice Fragen - im Stile der CIA Prüfung - zu beantworten. Pro erfolgreich gelöste Aufgabe erhält man virtuelles Geld, mit dem auf dem Mars Häuser und Infrastruktur erstellt werden kann. Mit Vergnügungsangeboten wirbt man neue Marsbewohner an. Gewinner ist, wer am Ende des Spiels die grösste Kolonie hat. Dabei gibt es eine Einzel- und eine Teamwertung. Das ganze Spiel wird durch unvorhersehbare Ereignisse unberechenbar, so dass auch die Glückskomponente mit einfliesst. Besonders bei diesen Europameisterschaften 2021 beeinflussten externe Faktoren das Spielgeschehen enorm. Diverse Spielunterbrüche verlangten regelmässige Strategieänderungen. In diesem Sinne widerspiegelte das Spiel die Geschäftsrealität sehr gut.

Am Freitagmorgen 17. September wurde die Audit-Europameisterschaft mit über 150 Spielern aus elf Ländern gestartet. Die Schweizer Sparsamkeit brachte kein Glück. Nach dem ersten Spieltag konnte sich Ungarn als Tagessieger an der Eröffnungszeremonie feiern lassen. Sie haben ihr virtuelles Geld in vollen Zügen ausgegeben und investiert. Im formellen Teil der Eröffnungszeremonie sprachen bekannte Persönlichkeiten aus dem Revisionsumfeld. Anwesend waren u.a. der neue CEO und Präsident des IIA Global Anthony Pugliese, sein Vorgänger Richard Chambers, der IIA Chairman Charlie Wright und seine Vorgängerin Jenitha John sowie Paul Sobel Chairman COSO. Die ganze Show wurde live auf YouTube übertragen und von bis zu 1’300 Personen mitverfolgt.

Auch am zweiten Spieltag gaben die Teilnehmenden ihr Bestes. Aufgrund technischer Schwierigkeiten wurde das Spiel jedoch vorzeitig beendet und ging erst in der Folgewoche in die Verlängerung. Gerade in dieser Verlängerung bewies das Schweizer Audit Nationalteam den längeren Atem. Auf der Zielgeraden schoben sie sich noch auf das Siegertreppchen. Ausdauer und das richtige Timing haben das Spiel schlussendlich entschieden. Am wichtigsten ist jedoch: Alle Teilnehmenden hatten Spass und haben in den Diskussionen mit den Kontrahenten viel dazu gelernt. Die verschiedenen Ansichten und Meinungen sind sowohl Horizont erweiternd als auch unterhaltsam. Mit diesem Spiel lernten wir: Teamarbeit, Wissensaustausch, Kommunikation, Durchhaltewillen, Ehrgeiz, Frustbekämpfung, Resilienz, strategisches Denken, genaues Rechnen, Recherchieren, schnelles Lesen und korrektes Schreiben. Und nicht zu vergessen, auch die Anwendung neuster Hilfsmittel und Werkzeuge in einer virtuellen Arbeitswelt.

Das Schweizer Team war sehr erfolgreich: in der Teamwertung Rang 2, in der Kategorie "MVP - wertvollster Spieler" Rang 1 Jonathan Woodford und Rang 3 Martin de Winnaar und schliesslich auch Sieger in der Kategorie "Bestes Teamvideo". Die Abschlussfeier fand wiederum virtuell im Internet statt. Link zur Siegerehrung: https://www.youtube.com/watch?v=GDXjjsIDnT8

Organisiert wurde das Business Game von Dominik Foerschler und dem ARC-Institute. Dank dem Sponsoring von Adidas war der Anlass für alle Teilnehmende kostenfrei. An dieser Stelle noch ein Dankeschön an den Veranstalter für diesen unvergesslichen Event.

Thomas Flüeler, Chef Interne Revision, Kantonales Steueramt Zürich