Swiss Audit Championship – ein Erfahrungsbericht

Seit Corona ist es mit der Weiterbildung so eine Sache, insbesondere für so «alte Hasen» wie ich es bin. Denn für unsereins steht bei der Weiterbildung vor allem der Erlebnisfaktor, das Treffen von Kollegen und Kolleginnen mit bilateralem Austausch im Vordergrund.

Die Begeisterung beim Auffinden eines weiteren, ach so tollem modernem Online Training im Remote Modus im LinkedIn und in der Inbox hielt sich echt in Grenzen. Audit Championship, oje, jetzt noch Konkurrenzkampf und Wettbewerbsdruck in dieser Krisenzeit? Nach persönlicher Aufforderung und in Erwartung von 24 CPEs habe ich die Herausforderung schlussendlich doch angenommen. Prompt fand sich ein weiterer wagemutiger Revisor, und plötzlich waren wir zu Viert als Team vereint. Wir starteten, unkoordiniert, und im Trial & Error Modus. Wie es uns dabei erging, zeigen Dir die nachfolgenden Mail- und Gruppenchat Extrakte:

„Ich habe gestern Abend doch schon zwei Stunden in dieses Online Spiel investiert. Um was es geht habe ich immer noch nicht ganz verstanden, und dass ich in einem Team bin, habe ich auch nicht gemerkt. Ich glaube, der Teamgedanke besteht darin, dass die Punkte zusammengezählt werden. Aber das ist gut so, wir haben alle keine Zeit, stundenlange Gruppengespräche zu führen oder gemeinsame Termin zu finden. Beim Spiel musst du

- Multiple-Choice Fragen beantworten, das ist spannend und einfach.

- selber Multiple-Choice Fragen (in Englisch) erstellen, was schon ziemlich zeitintensiv ist.

- Disputieren: Diese Fragen können dann wohl auch andere Teilnehmer beantworten und allenfalls die Antwort diskutieren bzw. in Frage stellen. Soweit bin ich aber noch nicht gekommen. Mit dem Fragen erstellen und beantworten erhältst du Spielgeld, mit dem du eine Stadt aufbauen kannst. Eben hier habe ich den Mechanismus noch nicht ganz verstanden, aber eigentlich ist es interessant und spielerisch. Etwas Suchtgefahr besteht. Das Spiel hat also schon seinen Reiz. Aber so gratis scheinen diese CPE's nicht zu kommen.“

«Ich habe mich soeben angemeldet, bin auf den Mars geflogen und habe immerhin mal 2 Coins gewonnen.»

Wichtig zu wissen ist:

• Hat man eine Frage falsch beantwortet, kann die richtige Lösung angefochten werden und die Frage kommt danach ins Debattierforum. Dort ist es wichtig, als Spieler an allen Debatten teilzunehmen, denn das bringt hilfreiche Punkte. Schade fanden wir, dass derjenige, der die Frage ins Spiel gebracht hat, sich nicht verteidigen konnte. Das hätte eine echte Debattierkultur ins Spiel gebracht, auf die wir uns gefreut hätten.

• Mit Liken / Disliken gibt es sogenannte Antimaterien-Punkte, die im Spiel wertvoll sind, um beispielsweise die Produktionskapazität der gebauten Anlagen hochzutunen.

• Viele Anlagen mit hohen Produktionskapazitäten sind wichtig, um Siedler anzuziehen. Denn das Spiel gewinnt, wer am meisten Siedler hat. Drum gilt es die im Spiel verdienten Coins und Punkte gut und in alle Arten von Anlagen ausgewogen zu investieren. Doch gebaute Anlagen können von anderen Spielern gestohlen werden, indem sie Dich herausfordern und Du die Herausforderung im Frage-Duell verlierst.

So verbrachten wir Stunden alleine vor dem Bildschirm und haben uns mit rund 50 anderen Spielern gemessen. Es war das spannendste, zeitlich flexibelste Online Training der Corona Zeit. Zum Siegen hats noch nicht gereicht, aber der Ehrgeiz, es nächstes Jahr zu gewinnen ist angestachelt. Mit uns ist das nächste Mal zu rechnen. Für dieses Jahr gratulieren wir den Winnerteams von Glencore und Migros Bank.

 

Angelica Bienz, dipl. Wirtschaftsprüferin & CIA, Gründerin und Inhaberin der Audit & Risk GmbH, Zürich